„Theater”, damit verbinden die meisten bürgerliches literarisches Theater zur Unterhaltung. Jemand schreibt ein Stück, und es wird inszeniert. SchauspielerInnen lernen ihre Texte, die Regie verteilt die Rollen, die ZuschauerInnen schauen zu. Am Ende wird geklatscht oder gepfiffen, und dann stehen entsprechende Kommentare in den Zeitungen.
Aber es geht auch anders!
In anderen Gesellschaften – z.B. in Afrika oder Asien – gibt es sehr lebendige Traditionen, in denen Unterhaltung und Bildung eng mit einander verwoben sind. Das Theater ist dezentral organisiert, hat keine festen Bühnen und errichtet keine Rampen zwischen SchauspielerInnen und ZuschauerInnen. Als „Spectacle vivant“ arbeitet es stark mit Gesten und visuellen Eindrücken, mit dem Kollektiv des Schauspielteams, lädt ein zu Interaktionen und Ritualen.
Die Methoden des SOG.THEATERs knüpfen an diese Traditionen an und entwickeln sie weiter: Mit dem Erinnerungstheater nach Pam Schweitzer, dem Forumtheater und Legislativen Theater nach Augusto Boal und dem Playback Theater nach Jonathan Fox und Jo Salas.
Wir produzieren keine fertigen Stücke, die Entwicklung ist ein gemeinsamer Prozess – zugeschnitten auf die Bedürfnisse und Fragen unserer Kundinnen und Kooperationspartner. Theater wird kreiert im Zusammenspiel zwischen SchauspielerInnen und Publikum, als gemeinschaftlicher kultureller Ausdruck alltäglicher Erfahrungen, aktiv und in einer unterhaltsamen Weise.
Das Publikum hat dabei eine wichtige Rolle – die Zuschauerin wird zur Akteurin, der „spectator“ zum „spect-actor“ (Augusto Boal). Die Zusehenden wählen ihre Rolle selbst: Sie erzählen, greifen auf der Bühne ins Geschehen ein oder schauen einfach nur zu.
Wir haben eine Vision von Theater, das unserer Gesellschaft etwas von den sozialen Funktionen des Geschichtenerzählens und der ästhetischen Rituale früherer Zeit wiedergibt – ernsthaft und vergnüglich zugleich.
Theater, das ist für uns aber auch eine Methode des Trainings in beruflichen Zusammenhängen. Auch hier ist das Ziel unserer Methoden nicht die Aufführung vor oder mit einem fremden Publikum. Wir arbeiten analytisch fragend, fördern Bewusstsein über die eigenen Sichtweisen und Handlungen und bearbeiten Differenzen. Die Teilnehmenden werden darin unterstützt, eine gute Arbeits- und Gruppenatmosphäre zu entfalten, Konflikte kreativ auszutragen und Potenziale zu erkennen und zu nutzen – bewegt, humorvoll und dennoch lehrreich.