Auszug aus dem Artikel NÖ - Theaterland zwischen Sommerfrische und
Sozialversicherungsrückzahlungen (von Prof. Thomas Jorda)
Und dann das SOG.-Theater, zweifellos eines der spannendsten Theaterprojekte Niederösterreichs und darüber hinaus. Die Initiative beruft sich auf Theatertraditionen vor allem in Afrika und Asien, wo "Unterhaltung und Bildung eng miteinander verwoben sind". Das Theater ist dezentral organisiert, hat keine festen Bühnen und errichtet keine Rampen zwischen Schauspieler_innen und Zuschauer_innen. Es werden "keine fertigen Stücke produziert, die Entwicklung ist ein gemeinsamer Prozess - zugeschnitten auf die Bedürfnisse und Fragen der Kund_innen und Kooperationspartner_innen. Theater wird kreiert im Zusammenspiel zwischen Schauspieler_innen und Publikum, als gemeinschaftlicher kultureller Ausdruck alltäglicher Erfahrungen, aktiv und auf unterhaltsame Weise." Der inhaltliche Schwerpunkt liegt auf Frauenleben, Frauenschicksal und Frauengeschichte(n). Ein entsprechend großes kritisches Potential ist dabei natürlich vorprogrammiert. Von Saturiertheit ist wenigstens im SOG.-Theater keine Rede. Was es durchaus einzigartig macht.
Auszug aus dem Artikel auf der Arbeiterkammer-Homepage
Donnerstag, 7. April 2011
In einer Forumtheatersequenz des SOG. THEATERs, das Margarete Meixner leitete, wurde eine Szene „Wärst Du doch dort geblieben“ auf die Bühne gebracht. Eine junge türkische Mutter zweier Kinder beginnt ihren ersten Arbeitstag in einem Frisiersalon. Zu Hause gibt es Probleme, weil die Schwiegermutter erkrankt ist und sie die Kinder nicht vom Kindergarten abholen kann. Die junge Arbeitnehmerin müsste vorzeitig nach Hause.
Dieser Konflikt wurde zweimal gespielt. In der zweiten Sequenz konnten die TeilnehmerInnen in die Szene einsteigen und die Rolle der Arbeitnehmerin übernehmen, um neue Lösungs-Strategien für diesen Konflikt auszuprobieren, bzw eine weitere Rolle zur Szene zu ergänzen, die etwas verändern sollte. Es wurden erstaunliche, kreative Zugänge gewählt.
In einer Marktplatzrunde unterschiedlicher Religions“paare“ konnte in Kleingruppengesprächen der Zugang zu den Unterschiedlichkeiten und Gemeinsamkeiten der Religionen und zu Konfliktthemen intensiver besprochen werden, als dies in einem großen Forum möglich ist.
Homepage des Kardinal König Haus - Februar 2011
Freitag, 18. Februar 2011
Ein Abend mit Information und Theater rund um die Kommunikation mit demenzkranken Menschen
Vor ausverkauftem Saal führten das SOG. THEATER und Validationslehrerin Michaela Schwind am 18.02.2011 in die Gefühlswelt und das Kommunikations-
verhalten von Menschen mit Demenz ein. Altwerden, so Schwind, sei "nichts für Feiglinge", denn die vielfachen Verluste und Einschränkungen stellen für die psychische Verfassung eine harte Probe dar. Auf einfühlsame Weise demonstrierte Schwind, wie die beginnende und fortschreitende Demenz Unsicherheit und Angst auslöst, wie Kontakte abbrechen, Gewohnheiten verloren gehen und ein Rückzug als einziger Ausweg scheint. Dass Angehörige, Betreuende und Pflegende mittels Empathie und der Validationsmethode nach Naomi Feil dennoch den Kontakt mit den Demenzkranken halten können und sie dadurch auch entlasten können, erläuterte sie an einigen Beispielen aus der Praxis.
Das SOG. THEATER holte aus dem Publikum Eindrücke und Geschichten zum Leben und Arbeiten mit Demenzkranken, Angehörigen und Klienten. In Form von Playback-Theater wurden die Erzählungen zurückgespielt: Die sicht- und hörbaren Inspirationen führen zu einer Verfremdung, die ihrerseits wiederum neue Blicke auf die Situation möglich macht. So können Betroffene lachen, aufatmen, vielleicht auch ihre unterdrückte Wut annehmen. Im "Playback" wurde spürbar, wie nah im Leben mit Demenzkranken Fürsorge und Hilflosigkeit, Lachen und Rührung beieinander liegen. Auf diesem schmalen Grad wandelten die vier SchauspielerInnen unter Spielleiter Sebastian Maierhofer sicher - und ihrerseits mit hoher Empathie für all jene im Publikum, die nicht nur als ZuschauerInnen gekommen waren, sondern in unterschiedlichster Weise auch als Betroffene.
Der Abend wird am 27. Oktober 2011 wiederholt. Details und weitere Angebote unseres Hauses zum Thema Demenz, Validation und Palliative Care finden Sie hier.
Wir danken den Sponsoren für das Zustandekommen des Theaterabends: Bundesministerium für Soziales, Arbeit und Konsumentenschutz; Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung